Nullnummer auf der roten Asche: Viel Aufwand, kein Ertrag gegen Oberlahn II

Das war eines dieser Spiele, bei denen man am Ende am Spielfeldrand steht und sich fragt, warum man eigentlich 90 Minuten lang bedingungslos anrennt. Gegen die Zweitvertretung der SG Oberlahn diktierten wir das Geschehen über weite Strecken, spielten eine halbe Stunde in Überzahl – und stehen am Ende doch nur mit einem 0:0 da. Ein Punkt, der sich auf dem nackten Papier okay liest, sich auf dem Platz aber verdammt nach zwei verschenkten Zählern anfühlte.

Blitzstart ohne Belohnung

Von Abtasten war auf dem Grävenecker Hartplatz keine Spur. Keine 60 Sekunden waren auf der Uhr, da packte Bogdan Gacenau einen überragenden langen Ball aus. Marcel Volk setzte sich in der Spitze robust durch, zog ab – und verfehlte das Gehäuse nur um Zentimeter. Wir waren sofort auf Betriebstemperatur. In der 5. Minute zirkelte Bogdan eine Ecke direkt an die Querstange. Die Gäste wussten in der Anfangsphase gar nicht, wie ihnen geschah. Wir gaben klar den Ton an, erspielten uns weitere gute Standardsituationen, brachten die Kugel aber einfach nicht über die Linie.

Oberlahn fiel im ersten Durchgang in erster Linie durch eine sehr rustikale Spielweise auf – und durch punktuelle Konter, die es in sich hatten. Nach 11 Minuten rauschte ein gefährlicher Querpass durch unseren Fünfer, ohne Abnehmer zu finden. Richtig den Atem hielten wir dann kurz vor dem Pausentee an: Nach einer eigenen Ecke liefen wir völlig offen in einen Gegenangriff. Ein Oberlahner stürmte frei auf unser Tor zu, doch Lukas Hennemann blieb eiskalt und fischte das Ding mit einer überragenden Eins-gegen-Eins-Tat raus (43.). Halbzeitfazit: Klarer Punktsieg für uns, aber auf der Anzeigetafel stand weiterhin die Null.

Überzahl, Dauerdruck und der fehlende Punch

In der 58. Minute erwies ein Gästespieler seiner Truppe einen Bärendienst und flog mit Gelb-Rot vom Platz. Wer nun dachte, wir spielen die Gäste in Überzahl an die Wand, sah sich jedoch getäuscht. Ja, wir schnürten den Gegner ein und hatten den Ball. Aber die richtig zwingenden Abschlüsse fehlten plötzlich. Wir bissen uns an der tief stehenden, kompakten Defensive zunehmend die Zähne aus.

Erst in der absoluten Schlussphase brannte es noch einmal lichterloh im Gäste-Strafraum. Silvio Ruis zog in der 79. Minute scharf ab, scheiterte aber an einer starken Parade von Keeper Eifler. Zwei Minuten später setzte Bogdan nach einer Ecke von Marvin Heimerl seinen Kopfball denkbar knapp über den Querbalken. Als Silas Sennlaub in der 85. Minute nach einer feinen Ballstaffette völlig freistehend den Ball in den Himmel jagte, war das Frustpotenzial am Siedepunkt.

Hennemann rettet den Punkt

Und weil Fußball manchmal ein bitterer Sport ist, hätten wir das Ding am Ende fast noch komplett aus den Händen gegeben. 87. Minute: Wir werfen alles nach vorne, Ecke für uns. Der Ball wird geklärt und plötzlich laufen zwei (!) Oberlahner unbedrängt auf unser Tor zu. Wieder ist es Lukas Hennemann, der Kopf und Kragen riskiert, den Konter spektakulär entschärft und uns vor dem ultimativen Nackenschlag bewahrt.

Am Ende steht eine Nullnummer. Physisch und spielerisch war das eine ordentliche Vorstellung, aber im letzten Drittel fehlte uns heute schlichtweg die Genauigkeit und die nötige Kaltschnäuzigkeit. Daran müssen wir arbeiten.

Kader

Lukas Hennemann, Marcel Volk, Philipp Schaub, Bogdan Gacenau, Tobi Klein, Silvio Ruis, Hung Mai, Marco Konrad, Felix Michel, Niki Pail, Marvin Heimerl, Silas Sennlaub, Long Nguyen

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