0:6 in Weilmünster: Eine starke Halbzeit, und dann kippt alles

45 Minuten lang war das genau das Spiel, das wir uns vorgenommen hatten. Torlos, offen, mit den besseren Gelegenheiten auf unserer Seite. Am Ende steht ein 0:6 bei der SG Weilmünster/Laubuseschbach — und die bittere Erkenntnis, dass ein Spiel in dieser Liga in einer Viertelstunde kippen kann.

Eine erste Halbzeit zum Mitnehmen

Wer nur auf das Endergebnis schaut, verpasst die ersten 45 Minuten. Schon in der 2. Minute zog B. Gaceanu aus 22 Metern ab, flach ins linke untere Eck — Torhüter Jan Engelmann war da und lenkte zur Ecke.

Kurz darauf die Antwort der Gastgeber, und die schönste Szene unserer Defensive an diesem Nachmittag: Ein guter Ball von Kapitän Niklas Kloes in den Strafraum, Kopfball von Denis Brdar, F. Losekamm hält — und beim Nachschuss klärte M. Schön gleich zweimal, den zweiten Ball unmittelbar vor der Linie.

In der 9. Minute hatten wir die dickste Chance des Spiels. Nach einem Abschlag gewann K. Brzezinski das Kopfballduell auf Gaceanu, der schickte M. Volk lang, Volk setzte sich durch und legte quer auf M. Heimerl — aus sechs, sieben Metern hielt Engelmann auf der Linie.

Die 18. Minute gehörte M. Konrad: Kopfballduell gewonnen, Ball mitgenommen, aus 20 Metern abgezogen, wieder flach ins linke Eck — und wieder war der Torhüter zur Stelle. Dreimal in einer knappen Viertelstunde stand nur Engelmann zwischen uns und der Führung.

Weilmünster kam in der 24. Minute zu einem Abschluss aus gut 20 Metern, der zwei Meter am Tor vorbeiging. In der 30. Minute versuchte es Julius Vogel nach schnell ausgeführtem Freistoß im Alleingang — Maximilian Schön blockte auch diesen Ball. Und kurz vor der Pause parierte Losekamm einen Schuss an die Latte.

0:0 zur Halbzeit. Verdient, und für unsere Verhältnisse in dieser Saison die beste Halbzeit bisher.

Die 46. Minute

Es dauerte keine zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff. Denis Brdar zog aus 20 Metern ab, Vollspann, flach ins linke Eck, keiner der FSG Defensive konnte ein Fuß dazwischen strecken und Losekamm hatte kein freies Sichtfeld — dagegen war nichts zu machen. 46. Minute, 1:0.

Es folgte die nächste Gelegenheit der Gastgeber nach einem Steckpass, die Losekamm parierte. Und in der 50. Minute das 2:0, das sinnbildlich für den Nachmittag steht: Einwurf, Flanke, Kopfball, Losekamm hält — der Ball springt an den Innenpfosten, unser Torhüter bleibt liegen, und der Nachschuss von Jonas Schliffer ist nicht mehr zu klären.

Danach hielten wir die Partie zunächst noch offen. Eine Flanke von links um die 60. Minute köpften die Gastgeber über das Tor, mehr ließen wir eine Zeit lang nicht zu.

Die letzte halbe Stunde

Ab der 73. Minute ging dann nichts mehr. Julius Vogel machte das 3:0, in der 81. und 84. Minute traf Jonas Rohde doppelt zum 4:0 und 5:0. Den Schlusspunkt setzte in der 88. Minute ein unglücklicher Abpraller ins eigene Tor — Pech für M. Oesterling, der über 88 Minuten einer unserer Aktivposten war.

Dass uns in dieser Phase die Kräfte ausgingen, ist keine Ausrede, sondern eine Tatsache: Wir sind mit vier Feldspielern weniger auf der Bank angereist als der Gegner, mit Erdonit Syla fehlte unser Torschütze vom Donnerstag, und nach dem dritten Wechsel in der 76. Minute war unsere Bank leer. Erwähnt sei an dieser Stelle P. Schaub, der an diesem Sonntag zweimal ran musste: um 11:00 Uhr neun gegen neun für unsere Zweite in Niederbrechen, um 15:15 Uhr dann noch einmal hier.

Fazit

Das Ergebnis ist brutal, und es ist dasselbe wie im Kreispokal Ende Juli. Aber es erzählt nicht die ganze Geschichte. Diese Mannschaft hat 45 Minuten lang gegen einen Gegner bestanden, der eine Woche zuvor in Ahlbach gewonnen hat — und sie hatte in dieser ersten Halbzeit drei Chancen, die alle hätten sitzen können.

Was fehlt, ist der Moment, in dem so eine Halbzeit belohnt wird. Wer dreimal am Torhüter scheitert und dann direkt nach der Pause das 0:1 bekommt, dem geht irgendwann die Substanz aus. Genau deshalb bleibt die Aufgabe dieselbe wie seit Wochen: das erste Tor machen, wenn es die Chancen dafür gibt.

Nach fünf Spieltagen stehen wir weiter ohne Punkt. Und trotzdem: Ferdinand Losekamm im Tor, Maximilian Schön mit zwei Rettungstaten auf der Linie, Marco Konrad, Bogdan Ovidiu Gaceanu und Marvin Heimerl mit Chancen zur Führung — daran lässt sich anknüpfen.

Danke an alle, die den Weg nach Weilmünster mitgemacht haben.

Daten zum Spiel

  • Wettbewerb: Kreisliga A Limburg-Weilburg, 5. Spieltag, Saison 2026/27
  • Datum: Sonntag, 23. August 2026, 15:15 Uhr, auswärts
  • Ergebnis: SG Weilmünster/Laubuseschbach — FSG Gräveneck/Seelbach 6:0 (0:0)
  • Tore: 1:0 Denis Brdar (46.), 2:0 Jonas Schliffer (50.), 3:0 Julius Vogel (73.), 4:0 Jonas Rohde (81.), 5:0 Jonas Rohde (84.), 6:0 Eigentor (88.)
  • Gelbe Karten: FSG 2 (L. Nguyen 20., M. Konrad 60.), SG Weilmünster/Laubuseschbach 2 (44., 75.)
  • Startelf: F. Losekamm — M. Oesterling, M. Konrad (C), A. Schön, M. Schön, B. Gaceanu, H. Mai, M. Heimerl, L. Nguyen, K. Brzezinski, M. Volk
  • Bank: K. Hoyer, S. Ruis, P. Schaub, F. Michel
  • Wechsel: F. Michel (46.), S. Ruis (66.), P. Schaub (76.)
  • Trainer: Long Nguyen

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