1:5 gegen den FSV Würges II. Das Ergebnis liest sich deutlicher als die 90 Minuten waren, und genau das ist das Ärgerliche daran: Gegen einen Gegner, der vor dem Sonntag genauso unten stand wie wir, haben wir die Tore nicht gemacht — und drei der fünf Gegentore praktisch verschenkt.
Wie das Spiel lief
In der 9. Minute ist P. Dodaj zum 0:1 zur Stelle. Danach passiert lange wenig, bis wir die Partie innerhalb von zwei Minuten aus der Hand geben. 37. Minute: ein Fehler von E. Kunkler im Spielaufbau, B. Houzou bedankt sich, 0:2. 39. Minute: direkt nach dem Anstoß ein langer Ball, der nicht ankommt, Würges kombiniert mit zwei, drei Pässen durch, und derselbe Houzou macht das 0:3.
Zwei Gegentore in 120 Sekunden, beide ohne Zutun des Gegners im eigentlichen Sinne. Zur Pause steht es 0:3, und das Spiel ist im Grunde entschieden.
Zur zweiten Halbzeit wechseln wir doppelt: K. Hoyer kommt für Kunkler ins Tor, T. Klein für L. Di Blasio ins Feld. Es wird besser — aber in der 62. Minute kommt wieder ein langer Ball, F. Di Blasio verschätzt sich, und E. Tunc steht allein vor Hoyer. Flach ins Eck, 0:4.
Der Anschluss in der 67. Minute ist der Moment des Nachmittags: Freistoß T. Klein, flach und hart in die Torwartecke, keine Abwehrchance. 1:4, und der Mann, der ihn schießt, war eine Viertelstunde vorher noch auf der Bank (und hatte seine Karriere eigentlich beendet??).
Das 1:5 in der 88. Minute fasst den Tag zusammen: Wir haben eine eigene Ecke, fangen uns den Konter, und wieder läuft einer allein auf Hoyer zu. L. Ludwig schießt eiskalt ins Eck, Hoyer ist noch dran, aber ohne Chance.
Kevin Hoyer, der die zweite Halbzeit im Tor stand, ordnet es so ein: „Wir hatten unsere Chancen, aber wir haben sie nicht genutzt. Würges war einfach cleverer und abgezockter als wir.“
Dem ist wenig hinzuzufügen. Würges II stand vor diesem Sonntag bei einem Punkt aus sechs Spielen und hat trotzdem jede Gelegenheit genutzt, die wir angeboten haben. Wir haben unsere liegen lassen.
Was wir mitnehmen
Drei der fünf Gegentore hatten dieselbe Ursache: ein Ball, der im eigenen Aufbau verloren geht, oder ein langer Ball, bei dem hinten die Zuordnung fehlt. Das sind keine Qualitätsfragen, das ist Aufmerksamkeit — und daran lässt sich im Training arbeiten.
Das Positive steht genauso da: Nach dem 0:4 hat sich niemand hängen lassen, der Freistoß von Klein war Weltklasse, und die zweite Halbzeit war deutlich näher an dem, was diese Mannschaft kann. In der Kreisliga D geht es nicht um Auf- oder Abstieg, sondern darum, dass wir als Truppe besser werden. Dafür war die zweite Halbzeit ein besserer Maßstab als das Endergebnis.
Daten zum Spiel
- Ergebnis: FSG Gräveneck/Seelbach II — FSV Würges II 1:5 (0:3)
- Tore: 0:1 P. Dodaj (9.), 0:2 B. Houzou (37.), 0:3 B. Houzou (39.), 0:4 E. Tunc (62.), 1:4 T. Klein (67., Freistoß), 1:5 L. Ludwig (88.)
- Gelbe Karten: FSG II (zweimal in der 78.), Würges II (78., 90.+3)
- Schiedsrichter: Celal Baris
- Startelf FSG II: E. Kunkler — L. Di Blasio, R. Günther, F. Schöberl, M. Ponto, U. Demir, B. Zwitkowics, A. Riemer, P. Busch, J. Paul, F. Di Blasio (C)
- Bank FSG II: K. Hoyer, T. Klein, C. Nies — eingewechselt C. Nies (40., für P. Busch), K. Hoyer (46., für E. Kunkler), T. Klein (46., für L. Di Blasio)
